Um Entwicklungsprojekte im Circular Design Bereich umsetzen zu können, ist meist die Einbeziehung vieler Player entlang der Wertschöpfungskette notwendig. Circular Design setzt voraus, dass Produkte am Anfang der Kette so konzipiert werden, dass sie am Ende der Kette recycelt und verwertet werden können.

Solche Projekte werden als Branchenprojekte umgesetzt.
Circular Analytics kann in diesen Projekten als Dienstleister fungieren und einerseits Analyse-Knowhow bereitstellen und andererseits einzelne Projektelemente managen.

Projekte

Branchenprojekt recyclinggerechte Lebensmittelverpackungsfolien

Hintergrund

Durch das EU-Kreislaufwirtschaftspaket und die europäische Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft stehen Verpackungshersteller und Lebensmittelunternehmen vor großen Herausforderungen:

- Kunststoffverpackungen müssen nachhaltig und recyclinggerecht gestaltet sein (circular design)

- Handelsunternehmen und Markenartikler haben sich verpflichtet, bereits in den nächsten Jahren ausschließlich recyclinggerechte Verpackungen aus Kunststoff einzusetzen

- Recyclingquoten für Kunststoffverpackungen müssen stark erhöht werden

- Die Tarife für die Lizenzierung von Verpackung sollen in Zukunft nach ökologischen Kriterien gestaffelt werden

- Sammlung von Kunststoffabfällen verbessern um qualitätsvolle Einsatzstoffe für die Recyclingbranche zu sichern,

 

Besonders für flexible Verpackungen aus Kunststoff stellt dies eine große Herausforderung dar. Für Lebensmittelverpackungen, die Barrieren benötigen, sind oftmals noch keine zufriedenstellenden Lösungen vorhanden.

Projektziele

Im Rahmen dieses Projektes sollen nachhaltige und recyclierbare Lösungen für flexible Barriereverpackungen entwickelt werden. Dazu sollen mindestens drei Einsatzbereiche („cases“) identifiziert und kreislauffähige Lösungen entwickelt werden.

Folgende cases werden bearbeitet:

  1. Flexible Verpackungen für vorgeschnittene Wurst / Käse (derzeit: Mehrschichtfolien verschiedener Zusammensetzungen)
  2. Flexible Verpackungen für Süßwaren (Aluminium-Kunststoffverbunde)
  3. Flexible Verpackungen für Kartoffelchips (Kunststoffverbunde verschiedener Zusammensetzung)

 

Für jeden case soll mindestens eine rezyklierfähige und nachhaltige best practice Lösung erarbeitet werden.

 

Branchenprojekt recyclingfähiger PET Schalen

Hintergrund

Um die durch das europäische Kreislaufwirtschaftspaket vorgegebene Recyclingquote erreichen zu können, werden unterschiedlichste Maßnahmen gesetzt werden müssen.

Alleine im Bereich PET wurde in der Vergangenheit das Hauptaugenmerk auf die getrennte Sammlung und Verwertung nur einer Fraktion – die der Hohlkörper gelegt. Die Fraktion der PET-Rigid- Verpackungen machen mehr als 10% der gesamten Kunststoffverpackungsabfälle aus und können einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der geforderten Recyclingquoten leisten. Recycling von PET-Rigid-Verpackungen galt bisher mangels entsprechender Sortier- und Recyclingtechnologien und aufgrund der unterschiedlichen Materialzusammensetzungen und der daraus fehlenden Datenbasis als schwierig. 

Innovative Lösungen, wie in Holland oder Deutschland in verschiedenen Projekten, betreffend der Sammlung und Sortierung und Verwertung von PET-Trays erarbeitet und gezeigt werden konnten, können durch die länderspezifisch unterschiedlichen abfallrechtlichen Vorgaben, sowie den doch wesentlichen Unterschieden in den Sammel- und somit auch Sortiersystemen, und letztlich der daraus möglichen stofflichen Verwertung nicht auf Österreich übertragen werden.

Hierzu müssen eigene österreichische Ansätze erarbeitet werden und sowohl sicherheitstechnische Grundlagen dieser Materialien erforscht, als auch die regional sehr divergierenden Sammeltypen und Sortiervarianten detailliert beachtet werden.

 

Projektziele

Im Rahmen des Projektes PET-2-PACK soll, im Sinne der Kreislaufwirtschaft, ein closed-loop-System (vergleichbar mit dem für PET-Hohlkörper) für PET-Rigid-Verpackungen (wie (Fleisch-, Gemüse-, Obst-) Schalen, Trinkbecher, Folien, Deckel, Klarsichtverpackungen, Servierschalen, Schraubdosen, etc.), in Österreich, entwickelt werden.

Hierzu ist die Zusammenarbeit aller Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette von Nöten:

Im Rahmen des Projektes soll durch Sortierversuche in zwei bestehenden post-consumer Kunststoff-Sortieranlagen entsprechende Fraktionen aus der Fraktion gelber Sack separiert werden. Die notwendige Unterstützung für die Betreiber der Sortieranlagen, sich der komplexen Aufgabenstellung der Sortierung einer neuen Fraktion mit höchstem Reinheitsgrad zu stellen, soll durch einen Hersteller für optische Sortiermaschinen erfolgen. Die aussortierten PET-Rigid-Fraktionen werden anschließend, entsprechend vorbehandelt (zerkleinert und in Flakes aufbereitet), dem Liquid-state-Polykondensations-Verfahren der Firma NGR unterzogen, welches lt. Hersteller, die inhärente Eigenschaft des PET in der Schmelzephase nutzt, um unter Vakuum zu kondensieren. Das Hochleistungsvakuum soll das Material von schädlichen Chemikalien dekontaminieren, welches die weitere Verwendung für 100%igen Lebensmittelkontakt sicherstellt.

Da die erhaltenen Rezyklate als Sekundärrohstoffe im Herstellungsprozess für Verpackungen eingesetzt werden sollen müssen sowohl materialtechnische Eigenschaften, sowie chemische und toxikologische Zusammensetzungen und Eigenschaften durch namhafte Institute untersucht werden. Derzeit ist der Lebensmittelkontakt von PET-Rigid-Rezyklaten nicht erlaubt, im Zuge dieses Projektes sollen jedoch alle Vorbereitungen bzgl. der Zulassung für den Lebensmittelkontakt erarbeitet werden.

Um letztlich den Kreislauf schließen zu können, soll auf die stoffliche und mechanische Verarbeitbarkeit im Herstellungsprozess von Verpackungen getestet werden.

Branchenprojekt für recyclingfähiger PE/PP Hohlkörper

 

Hintergrund

Mit der im Circular Economy Paket der EU enthaltenen Änderung der Verpackungsrichtlinie (94/62/EG), steht eine Zeitenwende für den Kunststoffmarkt in der EU an, denn bis 2030 sollen 55% aller Kunststoffverpackungen und 60% des Siedlungsabfalls in den EU-Mitgliedsländern recycelt werden. Eine der größten Herausforderung stellen dabei Polyolefine und deren materialidente Verwertung in einem ökonomisch und ökologisch sinnvollen Umfang dar. Grund dafür ist der geringe Marktwert und die Minderung der Qualität von PE oder PP in den aktuell etablierten Verwertungswegen.

 

Projektziele

Schließung des Kreislaufs entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Recycling von PE/PP-Hohlkörper aus dem Food und Non-Food-Bereich wieder zu Hohlkörper für den Non-Food-Bereich. Bei Polyolefinen gibt es derzeit keinen Prozess, der für Food-Produkte geeignet wäre.

 

Entwicklungsinhalte

Markt- und Potenzialanalyse

  • Erhebung der potentiellen Quantitäten und Qualitäten
  • Erhebung der nationalen Sortierkapazität
  • Analyse der kritischen Parameter im Hinblick auf Sammlung, Sortierung und Recycling

Sammlung und Sortierung

  • Vergleich der Sammelarten, Sortieranlagen, Sortiertechniken
  • Sortierversuche
  • Erhebung von technischen Möglichkeiten und Innovationen in der Sortierung

Charakterisierung des Recycling-Input und Output-Materials

  • Chemische Analytik
  • LCA
  • Lebensmittelrechtliche Beurteilung von Genotoxizität, In-Vitro-Charakterisierung

Recyclingprozess

  • Entwicklung von Recyclingprozessen (Regranulierung, Desodorierung, Additivierung)
  • Modellversuche mit rezykliertem Material
  • Blick auf rechtliche Anforderungen

Scale-Up

  • Entwicklung von Recyclingrezepturen

Anwendung des Rezyklats

  • Einsatz von 100% Recycling-Compounds in der Produktion
  • Abstimmung mit Produkt und Kundenanforderungen

Design4Recycling und Bewertung

  • Formulieren von Empfehlungen anhand von Praxiserfahrungen und Beispielen
  • Standardisierung von Qualitäten zur Erhöhung des Einsatzes von Rezyklat

Bei Interesse an einem Projekt, sowie für zukünftigen Projektideen
- nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf!